ad fontes!
Immer wieder ist die geringe Anzahl kunsttheoretischer Schriften des holländischen 17. Jahrhunderts vermerkt worden, die eine Rekonstruktion des zeitgenössischen Kunst- und Bildbegriffs erschwert haben.
Nicht ausreichend berücksichtigt hat man dabei jedoch außerkünstlerische Texte. Unser Ziel ist es, neben Van Mander, Junius,
Hoogstraten und De Lairesse neue Quellen – etwa aus der Optik, Naturwissenschaft, Dramatik oder Theologie – in unsere Untersuchungen mit einzubeziehen. In ihnen werden Vorstellungen zur Imagination, zur Technik und Herstellung von Bildern sichtbar, die auf vielfältige Weise Auskunft über barocke Praktiken und Rezeptionsweisen geben.

Zugleich erscheint es aber auch sinnvoll, einen erneuten Blick auf die zeitgenössische Bildproduktion in allen Bereichen zu werfen und sich über Verfahren und Techniken der Herstellung zu informieren: zum einen, um Strategien der bildlichen Verbreitung zu verfolgen, die nun eben nicht nur die hohe Kunst erfassen, sondern im gesamten Umfeld greifen und Popularisierungen hervorrufen; zum anderen, um über Möglichkeiten der Bildsemantisierung nachzudenken, wenn mit Zitaten, Wiederholungen, Kopien, Schablonen gearbeitet wird und sich Gattungen nicht zuletzt mittels solcher formaler Kriterien herauszubilden beginnen.

Die Projekte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fügen sich in drei Gruppen:
Produktion und Rezeption
Bild und Bühne
Wissen und Wahrnehmung


Zu unseren halbjährlichen, thematischen Treffen organisieren wir jeweils öffentliche Vorträge.